Die Alpakas

Alpaca, un càlido don de Dios a los Hombres” – „Alpaka, eine wärmende Gabe Gottes an die Menschen“: So ehrfurchtsvoll bezeichnete der spanische Jesuitenpater Bernabé Cobo in seinem 1653 erschienenen Buch „Historia del Nuevo Mundo“ die Alpakawolle.

Und … Schauen Sie einem Alpaka niemals zu tief in die Augen, Sie könnten sich verlieben.

Alpakas kommen ursprünglich aus Südamerika und dort vor allem aus den Regionen der Anden. Heute findet man sie im südlichen Peru sowie im westlichen Bolivien. Vermutlich wurden sie schon vor etwa 5000 Jahren von den Indios in Südamerika gezüchtet.

Neben dem wilden Vikunja, welches die Wildform des Alpakas ist, gibt es noch das wild lebende Guanako, den Vorfahr der Lamas. Bei den Alpakas unterscheidet man zwei Typen: Das Huacaya-Alpaka, das dichte und gekräuselte, füllige Wolle hat und das Suri-Alpaka. Es hat eher lange und lockige Wolle.

Das Alpaka lebt vom kargen, proteinarmen Gras der Puna, der grasbewachsenen Hochebene, auf 4000 bis 6000 Meter Höhe, wo es unter Umständen an einem einzigen Tag sowohl intensiver Sonnenbestrahlung, Regen, Hagel, Schnee und nächtlichen Minus-Temperaturen ausgesetzt ist. Die Natur hat das Alpaka jedoch mit einer wunderbaren Thermoisolierung ausgestattet. Diese Fähigkeit zum Wärmeausgleich macht die Alpaka Faser zur idealen Wollfaser für den Menschen. Besonders in der kalten Jahreszeit hilft sie die Temperaturen auszugleichen und trägt sich wie eine zweite Haut. Aber auch im Sommer ist die Alpaka Faser angenehm zu tragen. Ein Alpaka hat oft drei oder vier Farbnuancen in seinem Fell. Die Naturtöne reichen von Weiß bis Schwarz. Dazwischen liegen verschiedenste warme Brauntöne und viele Grauvarianten. Sortiert wird die Wolle von Hand, wobei das geübte Auge der Indios bis zu zweiundzwanzig Farbnuancen zu unterscheiden vermag. Zusammen mit den modernen Färbetechniken erwächst daraus eine fast unbegrenzte Palette herrlichster Farben.

Das edle Material überzeugt immer mehr Menschen und ist in seiner heutigen Verarbeitung der Kaschmir-, Mohair- und Schafwolle in vielerlei Hinsicht sogar überlegen. Noch ist die Textilindustrie der Andenländer (Peru, Bolivien) relativ jung und bisher wurde auch noch keine gezielte Werbung gemacht, weshalb der Verbraucher mit den Vorzügen dieses herrlichen Materials noch unzureichend vertraut ist. Die Nachfrage nach Alpaka-Wolle auf dem internationalen Markt nimmt aber ständig zu. Da es weltweit aber nur etwa vier Millionen Alpakas gibt, steht den Verbrauchern pro Jahr lediglich eine limitierte Menge des edlen Materials zur Verfügung. Daher wird diese feine Naturfaser immer etwas Exklusives bleiben.

Alpakas sind intelligente, liebenswerte und robuste Tiere und werden mehr als 20 Jahre alt. Sie sind sanft vom Wesen und chronisch neugierig. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. Alpakas ernähren sich in unseren Breitengraden hauptsächlich von Gras und Heu. Um eine bessere Vitamin- und Mineralienversorgung zu gewährleisten, kann - besonders an trächtige und laktierende Stuten - zusätzliches Kraftfutter verfüttert werden.

Alpakas wiegen zwischen 45 und 75 kg und haben eine Schulterhöhe von 80 - 100 cm. Nach einer Tragezeit von ca. 11,5 Monaten bekommen die Stuten – normalerweise ohne menschliche Hilfe - ein Fohlen, genannt Cria. Neugeborene Fohlen wiegen ca. 6 – 8 kg. Zwillingsgeburten kommen ausgesprochen selten vor.

Eine jährliche Schur ist in unseren Breiten unerlässlich, da Alpakas weit mehr unter Hitze als unter Kälte leiden.

Spucken Alpakas ???

Ja, sie können spucken. Allerdings spucken sie hauptsächlich untereinander zur Regelung der Rangordnung und dies auch nicht ohne Vorwarnung. Gezielt auf Menschen tun sie es nur sehr selten.

Alpakas am Schloss Hamminkeln-Ringenberg