Bio-Versand ersetzt Kaschmir durch Alpaka:

Der österreichische Bio-Versand Grüne-Erde (Jahresumsatz > 40 Mio €uro) nimmt alle Kaschmir-Produkte aus zwei Gründen aus dem Programm:

1. Die Fälschungen der Kaschmir-Wolle haben einen Umfang (dreifach soviel Fälschungen wie Orginal) und eine Qualität erreicht, dass selbst die Experten nicht sicher sein können, wirklich Kaschmir anzubieten.

2. Inzwischen werden soviele Kaschmir-Ziegen in China und der Mongolei gehalten, dass die Weiden übernutzt und ökologisch zerstört werden. 

Ersetzt wird Kaschmir durch Alpaka und Yak.

Aber lesen Sie selbst den Text der Firma Grüne Erde:

Kaschmir Ausstieg – ökologische Probleme und Etikettenschwindel

„Vertraue, aber prüfe nach!“ – Bei hochwertigen Naturfasern ist das alte russische Sprichwort gültig wie eh und je. Grüne Erde ersetzt Kaschmir durch Alpaka und Yak.

Die Nachfrage nach Kaschmirwolle auf dem Textil- und Fasermarkt hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Auch bei vielen Grüne Erde-Kunden waren Bekleidungstextilien, Decken und Kissen aus dieser kostbaren Edelfaser sehr beliebt.
Der Boom hatte aber fatale Folgen: Insider schätzen, dass heute drei- bis viermal so viel „Kaschmirwolle“ auf dem Markt ist, wie der Bestand an Kaschmirziegen in China und der Mongolei hergeben würde. Der im Raum stehende Verdacht auf Etikettenschwindel auf Seite von Rohfaserproduzenten und -händlern bestätigt sich in letzter Zeit immer häufiger. Die hohe Nachfrage nach teurer Kaschmirwolle auf dem Fasermarkt rief geschickte, gewerbsmäßige Fälscher auf den Plan, weckte kriminelle Energien, förderte profitoptimierte, nicht artgerechte Tierhaltung und betrügerische Machenschaften in der Faserverarbeitung, etwa das undeklarierte Vermischen von Kaschmir mit Schurwolle oder sogar Kunstfasern.

Ökologisches Problem durch Überweidung

Aufgrund der immer perfekter werdenden (Ver)Fälschungen von Kaschmirwolle kann die Echtheit der Faser nur sehr schwierig bis gar nicht festgestellt werden. Dazu kommt ein massives ökologisches Problem: Durch die in den letzten Jahren stark angewachsenen Herden von Kaschmirziegen in China und der Mongolei beginnen die ohnehin kargen Weideflächen durch Übernutzung zu versteppen, weil zu viele Tiere zu lange auf den selben Weiden verbleiben, und die Ziegen das Gras mitsamt den Wurzeln ausreißen. Die Folgen sind Kahlfraß, Bodenerosion durch den Wind und massive Eingriffe in ein ohnehin sensibles ökologisches Gleichgewicht.

Wir sind entsprechend unserer Grundwerte ständig um die Wahrung der Qualität, die Verbesserung unserer Rohstoffe sowie eine umweltgerechte Faserproduktion bemüht, weshalb wir jegliche Hinweise aus unsaubere Geschäftspraktiken penibel nachprüfen, denn „dowerjai, no prowerjai!“ (nach dem russischen Sprichwort: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“). Darüber hinaus ist Ehrlichkeit gegenüber unseren Kunden für uns ein unabdinglicher Wert.

Schon im Vorjahr haben wir deshalb reagiert und die Deklaration unserer Kaschmir-Produkte von 100 % Kaschmir auf 80 % Kaschmir, 20 % Schurwolle geändert, weil diese Zusammensetzung bis dato von uns garantiert werden kann. Immer perfekter werdende Fälschungen machen es jedoch inzwischen schwierig bis nahezu unmöglich, die Echtheit der Faser feststellen und garantieren zu können.

Aufgrund der Faktenlage haben wir das umstrittene Kaschmir aus allen Sortimenten gestrichen – und bei Decken, Kissen sowie Unterbetten nun (Sommer 2017) mit heimischer Alpakawolle und Yakhaar einen mehr als gleichwertigen Ersatz gefunden.

Alpaka aus Österreich und Deutschland

„Vlies der Götter“ – so nannte man Alpakawolle aufgrund ihrer außerordentlichen Feinheit und Kostbarkeit in ihrer südamerikanischen Heimat. Bei aller Wertschätzung für Alpakawolle aus den Anden haben wir uns in Bezug auf Decken, Kissen und Unterbetten dennoch für äußerst hochwertige Alpakawolle österreichischer und deutscher Herkunft entschieden.
Dadurch werden heimische Betriebe und die regionale Landwirtschaft unterstützt, die Transportwege sind relativ kurz. Die ganze Lieferkette von der Herkunft der Faser auf den Alpaka-Höfen über die Verarbeitung bis zur fertigen Decke ist transparent, dokumentiert und nachvollziehbar.

Der heimische Alpakamarkt ist in den letzten Jahren konstant gewachsen, Trend: weiter steigend. In Deutschland werden derzeit etwa 14.000, in Österreich rund 2.000 bis 2.500 Alpakas gehalten. Bisher gibt es nur sehr wenige hauptberufliche Alpakazüchter. Die meisten halten nur einige wenige bis einige Dutzend Tiere. Doch die Produktion von Alpakawolle ist für viele heimische Kleinbauern eine mögliche sinnvolle Alternative zur konventionellen Viehhaltung, und bietet die Chance, auf hochwertigere, rentablere Produkte umzusteigen.

Alpakas am Schloss Hamminkeln-Ringenberg